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Beef Jearky selber machen – So einfach gehts!

Beef Jerky selber machen
Beef Jerky selber machen | Bild: Jiri Hera

Seit einiger Zeit sind die kleinen Tüten in unseren Supermärkten zu finden: abgepacktes Beef Jerky. In Amerika, Kanada und Australien ist der fettarme und proteinreiche Snack sehr beliebt. Auch in Deutschland wächst die Fangemeinde stetig. Egal ob im Bereich BBQ oder als Nahrungsergänzung im Fitness- oder Sportbereich wo das gesunde Dörrfleisch ebenfalls sehr beliebt ist. Besser als das Industrieprodukt schmeckt frisches, eigenhändig hergestelltes Jerky. Wir verraten Euch, wie Ihr schmackhaftes Beef Jerky selber machen könnt.

Was ist Jerky eigentlich?

Jerky lässt sich mit Trockenfleisch oder Dörrfleisch übersetzen. Das Wort stammt aus den indianischen Sprachen und bezeichnet luftgetrocknete, dünne Fleischstreifen. Das so konservierte Fleisch war nahrhaft und lange haltbar. An dieser Zubereitungsweise hat sich bis heute nicht viel geändert. Lediglich der Trockenvorgang wird nicht mehr im Freien durchgeführt, sondern in einem Ofen oder Dörrgerät. Beef Jerky selber zu machen ist nicht kompliziert, erfordert aber relativ viel Zeit für das Marinieren und Trocknen.

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Beef Jerky selber machen – unser leckeres Basisrezept

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Ein gesunder proteinreicher und würziger Snack für zwischendurch.

  • Vorbereitung: 30 Minuten
  • Grilldauer: 8 Stunden marinieren + 8 Stunden trocknen
  • Gesamtdauer: 16 Stunden
  • Menge: 1 Portion

Zutaten

  • 1 kg Rinderrouladen

Für die Marinade:

  • 200 ml Worcestershiresauce
  • 200 ml dunkle Soyasauce
  • 2 Tl frisch gemahlener Pfeffer
  • 2 Knoblauchzehen
  • Optional: 2 Tl Honig und/oder 1 Tl Chiliflocken

Schritt für Schritt

  1. Knoblauch schälen und pressen, mit den übrigen Marinadezutaten vermischen.
  2. Rouladen in etwa 2 cm breite Streifen schneiden.
  3. Fleischstreifen rundum mit Marinade benetzen.
  4. Fleisch und Marinade in einen großen Plastikbeutel mit Druckverschluss geben, Luft herauslassen und gut verschließen.
  5. 4 bis 8 Stunden im Kühlschrank marinieren lassen.
  6. Fleischstreifen herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Gegebenenfalls überschüssige Marinade abtupfen.
  7. Auf einem Grillrost die Fleischstreifen so anordnen, dass sie sich nicht berühren.
  8. Fleisch bei 40 – 45° (Umluft) langsam trocknen. Nach 8 Stunden ist das Jerky fertig, nach 12 Stunden habt Ihr knusprige Fleischchips.

Rindfleisch für Beef Jerky selbst zuschneiden

Für unser Rezept haben wir Rouladen genommen. Sie haben die richtige Fleischqualität und sind bereits dünn geschnitten. Das spart Zeit, wenn Ihr Beef Jerky selber machen möchtet. Natürlich könnt Ihr Euch auch ein großes Stück Rindfleisch kaufen und selbst vorbereiten. Es sollte eine leichte Maserung aufweisen, aber nicht viel sichtbares Fett. Geeignet sind beispielsweise:

  • Oberschale
  • Filet
  • Hüftsteak

Für die dünnen Scheiben ist ein sehr scharfes Messer erforderlich. Entfernt zunächst und das sichtbare Bindegewebe und Fett. Es lässt sich nicht gut trocknen und wird bei längerer Lagerung ranzig. Danach schneidet Ihr das Fleisch zunächst in Steaks und diese anschließend in dünne Streifen von etwa 4 – 5 mm Dicke. Fleisch wird immer quer zur Faser geschnitten, um lange Fleischfasern zu vermeiden.

Unser Tipp: Wenn Ihr das Fleisch vor dem Zuschneiden 1 bis 2 Stunden in das Gefrierfach legt, lässt es sich besser bearbeiten.

Beef Jerky selber machen – neue Marinade ausprobieren

Fruchtig, würzig, scharf, süß-sauer – bei Jerky ist alles erlaubt. An Zutaten für die Marinade könnt Ihr im Prinzip alles verwenden, was zum typischen Rindfleischgeschmack passt. Wenn Ihr viel grillt, habt Ihr sicher eine Lieblingsmarinade oder -sauce, die Ihr für ein Jerky-Experiment ausprobieren wollt. Allerdings reagieren die Aromen anders auf das Trockenen als auf das Grillen. Wenn Ihr also die Marinade für Beef Jerky selber machen wollt, müsst ihr etwas experimentieren, um die optimale Jerky-Mischung zu finden.

Beef Jerky lässt sich auch mit Rubs (Trockenmarinade), trockenen Gewürzmischungen oder einfach grobem Pfeffer und Salz herstellen. Auch hier gilt: Alle Fleischstreifen müssen gleichmäßig mit den Geschmackszutaten bedeckt sein.

Wissenswertes zum Trockenvorgang

Der Wasserentzug beim Trockenvorgang geschieht durch die warme Luft und Salz. Durch höhere Temperaturen lässt sich der Trockenprozess nicht beschleunigen. Sie lassen das Fleisch zäh werden oder sogar verbrennen. Ab etwa 45-50°C beginnt bei Rindfleisch ein Garprozess, der den typischen Geschmack von luftgetrocknetem Fleisch verfälscht. Gelegentliches Öffnen der Tür während des Trockenvorgangs ermöglicht eine bessere Luftzirkulation. Während des Trocknens geht etwa 2/3 des Ursprungsgewichts verloren.

Um Beef Jerky selber zu machen legt, Ihr die Streifen auf den Rost oder hängt sie über die Streben. So hat möglichst viel Fleischoberfläche Luftkontakt. Die heruntertropfende Flüssigkeit könnt ihr mit einem Blech oder Backpapier auf der untersten Ebene des Backofens auffangen.

Falls Euer Backofen die niedrigen Temperaturen nicht zulässt, könnt Ihr die Tür mithilfe eines Holzlöffels während des Trocknens leicht öffnen. Dies erlaubt allerdings keine präzise Temperaturregelung. Eine Alternative sind Dörrgeräte, in denen sich Beef Jerky selber machen lässt.

2 Tipps zum Abschluss

Wenn Ihr Beef Jerky selber machen wollt, ist Hygiene oberstes Gebot. Die Temperaturen beim Trocknen sind nicht hoch genug, um Mikroorganismen abzutöten. Neben Sauberkeit ist Salz ein wesentlicher Hygienefaktor. Denn viele Erreger fühlen sich in der salzigen Umgebung nicht wohl. Wenn Ihr für Eure Marinaden salzige Würzsoßen verwendet – etwa Sojasauce – ist zusätzliches Salz in der Regel nicht notwendig.

Beef Jerky mit Raucharoma ist eine leckere Variante. Wer keinen eigenen Räucherofen hat, kann mit Raucharomen experimentieren. Flüssiges Raucharoma ist nicht jedermanns Sache, aber Rauchsalz oder geräuchertes Paprikapulver fügen Eurer Jerky-Gewürzmischung ebenfalls einen leichten Rauchgeschmack hinzu.

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René Corten
René ist ein Genussmensch und Griller durch und durch. Zu seinen Lieblings-Grills zählen der Kugelgrill und Water-Smoker. Auf Grillkameraden.de teilt er seine Erfahrungen am Grill in Form von Rezepten und Ratgebern.