Grillschule

Typische Fehler beim Grillen – und wie sie sich vermeiden lassen

American Burger | Bild: Lukas Gojda
American Burger | Bild: Lukas Gojda

Spätestens, wenn die Temperaturen im Frühling steigen, beginnt vielerorts die Grillsaison. Sowohl Profis und Neulinge gleichermaßen stellen sich dann an den Rost, um Gäste mit schmackhaftem Essen zu bewirten. Selten läuft dabei auf Anhieb alles glatt. Selbst erfahrenere Griller machen im Eifer des Geschehens Fehler, die das kulinarische Vergnügen beeinträchtigen können. Welche Missgeschicke beim Grillen häufig passieren und wie sie sich vermeiden lassen, erklärt dieser Artikel.

Ernährungsgewohnheiten der Gäste nicht hinreichend berücksichtigen

Vor einer ausgelassenen Grillparty mit vielen Gästen stehen zumeist umfangreiche Vorbereitungen an. Zunächst gilt es, die benötigten Zutaten einzukaufen. Sofern bei der Grillparty viele Gäste erwartet werden, ist es sinnvoll, diese vorab nach ihren persönlichen Essensvorlieben zu fragen. Oftmals bringen die Gäste unterschiedliche Geschmäcker mit, die es zu berücksichtigen gilt. Mitunter kann der ein oder andere vegane Besucher dabei sein – da die Anzahl der in Deutschland lebenden Veganer täglich um etwa 200 zunimmt. Folglich benötigen diese Gäste leckere, fleischlose Alternativen wie etwa gegrillte Maiskolben, Avocados, Süßkartoffeln und andere Gemüsesorten. Darüber hinaus kann es auch gelingen, vegane Grillwürstchen aus Tofu herzustellen.

Andere Grillgäste legen vielleicht Wert auf eine Low-Carb-Ernährung, sprich: sie wollen wenig kurzkettige Kohlenhydrate zu sich nehmen. Wer diese Grillgäste glücklich sehen möchte, verwendet mageres Fleisch, Fisch und Gemüsespieße. Um das Essen vorab unkompliziert zu planen, können die Gäste problemlos einbezogen werden. Auch ein Besuch einer speziellen Genießer-Messe wie TasteFest inspiriert vor einem Grillabend zu neuen Essens-Anregungen.

Marinade falsch zusammenmischen und zu früh auftragen

Wer den Gästen mariniertes Fleisch auftischen möchte, sollte einiges beachten. Einerseits gilt es, mit Marinaden voll Honig und Zucker vorsichtig umzugehen. Diese Zusätze neigen dazu, binnen kurzer Zeit zu karamellisieren. Bestenfalls entstehen hierbei dunkle Stellen, schlimmstenfalls brennt das Fleisch an. Es bietet sich deshalb an, die Marinade zwischendurch auf das heruntergenommene Fleisch aufzutragen und anschließend den Garvorgang fortzusetzen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Honig und Zucker bei der Marinade bewusst wegzulassen.

Weiterhin macht es Sinn, mit Öl angereichertes Fleisch niemals direkt auf den Grill zu legen. Stattdessen sollte die mit heißgepressten Ölen angereicherten, marinierten Fleischstücken besser in Alufolie gewickelt werden. Wer keine Alufolie zur Hand hat oder gebrauchen möchte, kann alternativ auf Pflanzenblätter wie Kohl- oder Rhabarberblätter zurückgreifen.

Grill falsch anzünden

Der Klassiker unter den häufigsten Fehlern besteht darin, den Grill falsch anzuzünden. Auch wenn es Kenner und Profis seit jeher predigen: Es kommt immer wieder vor, dass Hobbygriller Benzin, Spiritus oder Lampenöl zum Anzünden verwenden. Diese Stoffe sind sowohl für den Grillmeister, als auch für die Gäste äußerst gefährlich. Sie können nicht nur zu schweren Verbrennungen führen, sondern auch giftige Gase freisetzen. Experten raten daher dringend dazu, den Grill anders zu befeuern – etwa mit einem Bunsenbrenner oder dem Anzündkamin.

Grill zu häufig öffnen

Einer der Fehler, der insbesondere im Umgang mit geschlossenen Grills häufig vorkommt, ist das ständige Öffnen. Bei diesem Vorgang entweicht ein großer Teil der Hitze. Dadurch verschiebt sich die Garzeit nach hinten, Gemüse und Fisch trocknen schneller aus. Auch ein zu vollgepackter Grill ist alles andere als ideal, da das Grillgut nicht gleichmäßig gart.

Wer lieber Holz statt Kohle beim Grillen verwenden möchte, sollte ausschließlich trockene Hölzer, die zwei Jahre oder länger gelagert wurden, verwenden. Feuchte Scheite qualmen stark, sodass das Gegrillte anschließend rauchig schmeckt.

Klassische Fehler beim Grillvorgang

Einige Fehler passieren erst dann, sobald das Grillgut auf dem Rost liegt. Folgende falsche Vorgehensweisen gilt es, bei einer stimmungsvollen Grillparty bestmöglich zu vermeiden:

  • Eine robuste Grillzange sollte nicht dazu verleiten, das Grillgut ununterbrochen zu wenden. Wer das Fleisch mehr als vier Mal pro Durchgang wendet, riskiert, dass es austrocknet.
  • Im Zweifelsfall ist es besser, das Fleisch später als früher auf den Rost zu legen. Denn anfangs ist die vorherrschende Temperatur nicht überall gleichmäßig verteilt. Zu früh aufgelegtes Fleisch kann daher nicht gleichmäßig garen. Wer unsicher ist, kann die Temperatur bei einem Kugelgrill einfach per Grillthermometer bestimmen. Erfahrene Hobbygriller halten alternativ ihre ausgestreckte Hand mindestens zehn Zentimeter über den Grillrost. Erfordert es die Hitze, nach sieben Sekunden die Hand wegzuziehen, ist die perfekte Temperatur erreicht. Generell empfiehlt es sich, bei einer im Grill herrschenden Temperatur zwischen 170 und 230 °C, das Grillgut aufzulegen.
  • Ein häufiger Fehler besteht ebenfalls darin, Fisch direkt auf den Rost aufzulegen. Bei dieser Vorgehensweise klebt das knusprige Äußere allerdings an. Um den Fisch bestmöglich zu erhalten, sollte er daher in einem Grillkorb oder aufgespießt auf den Rost kommen.
  • Schinken, Kassler und anderes gepökeltes Fleisch gehört nicht auf den Grill. Ihre im Fleisch enthaltenen Pökelsalze bilden in Kontakt mit hohen Temperaturen krebserregende Nitrosamine aus.
  • Viele Grillgenießer schwören auf herbes Bieraroma. Folglich ist es in der Gesellschaft weit verbreitet, das süffige Getränk direkt über das Grillgut zu schütten. Aber Achtung: Flüssigkeiten – auch Bier – wirbeln kleine Aschepartikel auf und fördern die Qualmbildung. Beides ist weder gesundheitsförderlich, noch bekömmlich was den Geschmack angeht. Wer auf einen aromatischen Spritzer Bier nicht verzichten kann, sollte einen mit Flüssigkeit befüllbaren Fleischhalter anschaffen.

Fleisch anschließend nicht ruhen lassen

Ist der Garvorgang geschafft, wollen viele das gegrillte Fleisch sofort genießen. Jedoch sollte das Grillgut idealerweise anschließend etwa fünf bis zehn Minuten ruhen. Dadurch verteilt sich der Fleischsaft regelmäßig, wodurch Steaks und Würstchen saftig-zart werden.

Grillgut mit dem Besteck anstechen

Insbesondere bei der ersten jährlichen Grillparty passiert dieses Malheur öfters: Das Grillgut anstelle mit der Zange mit handelsüblichem Besteck anstechen. Dies sorgt dafür, dass in Fleisch und Käse Löcher entstehen. Über diese unschönen Stellen verliert das Grillgut Flüssigkeit, wodurch es zäh und fest wird. Selbstverständlich mutet es ebenso wenig appetitanregend an, durchlöcherte Speisen serviert zu bekommen. Besser ist es daher, ordnungsgemäß eine dafür ausgerüstete Grillzange zu verwenden. Mit ihrer Hilfe lässt sich das Grillgut ordentlich auftischen.

Fleisch soll selbstverständlich nicht verderben, aber: Es ist sinnvoll, dieses abhängig von der Außentemperatur mindestens eine halbe Stunde vor Grillbeginn aus dem Kühlschrank zu holen.

Abbildung 1: pixabay.com © stux (CC0 Creative Commons)
Abbildung 2: pixabay.com © ritae (CC0 Creative Commons)

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