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Kohle, Gas oder Elektro: Wie grille ich am gesündesten?

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Wer kurz darüber nachdenkt, der wird wahrscheinlich direkt zu dem Ergebnis kommen, dass die Antwort definitiv Kohle sein wird. Immerhin verbrennen wir hier direkt Brennstoffe, die ungefiltert in die Luft abgegeben werden – oder nicht? Warum also dieser Artikel? Tatsächlich ist die Angelegenheit nämlich nicht so einfach, wie einige von uns vielleicht denken und die Auswirkungen der unterschiedlichen Grill-Methodiken doch ein wenig anders, als erwartet.

Interessanterweise lautet die Antwort nämlich – wenn wir einzig auf den CO2-Ausstoß schauen: im Grunde ist es egal. TÜV Rheinland hat mit einer Studie aus dem Jahre 2011 herausgefunden, dass nur etwa 5% (oder circa 17,5-18 Kilogramm CO2-Equivalent (CO2e)) der beim Grillen ausgestoßenen Emissionen tatsächlich auch vom Grill stammen – und ganze 95% davon, was wir auf den Grill hauen. Am deftigsten schneidet hier Rindfleisch und 2,9kg CO2e pro 200g ab, gefolgt von – Überraschung! – Grillkäse mit 1,9kg. Klimaschonender sind hier Schwein, Geflügel und Würstchen, sowie vegetarische Alternativprodukte. Am gesündesten schneidet der gegrillte Maiskolben mit nur 50g CO2e ab. Bei einer größeren und längeren Grillrunde mit Freunden und Familie kann sich da schon einiges ansammeln. Mit einbezogen wurden hier sämtliche Schritte von der Herstellung und der Erzeugung des Grills und der gegrillten Produkte.

Aber da wir nicht nur auf den CO2-Ausstoß schauen, wenn es um das Thema gesundes Grillen geht, kommen wir dennoch auf eine Antwort auf die Ausgangsfrage (und ja, sie wird am Ende doch so wie erwartet beantwortet). Nachhaltigkeitsportal utopia.de hat im letzten Sommer eine großartige Nachforschung darüber erstellt, was die einzelnen Vor- und Nachteile der einzelnen Grillmethoden sind.

Während Kohlegrills nämlich nicht wesentlich viel mehr CO2 in die Atmosphäre abgeben als die anderen Typen, kreiert das Verbrennen von Holzkohle allerdings Feinstaub, das sowohl für die Umwelt als auch unsere Atemluft belastend ist. Ganz abgesehen davon, dass viele der angebotenen Kohlen aus dem Holz illegal abgeholzter Regenwälder bestehen – hier also bitte unbedingt darauf achten, zertifizierte (mit FSC- oder Bio-Siegel) Kohle zu ergattern. Was viele ebenfalls bereits wissen ist, dass die schwarze Kruste an verkokeltem Essen krebserregend sein kann. Wir wissen, dass nur Holzkohle den rauchigen Geschmack bieten kann, der sich am Gegrillten festsetzt; aber wusstest Du, dass jegliches Fett und auch Bier, das auf den Kohlen landet und Qualm erzeugt, ebenfalls krebserregend sein kann, sobald es sich auf dem Essen absetzt? Genauso wie chemische Anzünder. Kaminanzünder oder Anzünder auf Pflanzenbasis sind hier gesündere Alternativen.

Der Vorteil an Gas- uns Elektrogrills ist es, dass die Temperatur und Dauer der Erhitzung perfekt reguliert werden kann und so überschüssige Energie und Hitze wie beim Kohlegrill vermieden werden kann. Da Flüssiggas allerdings ein fossiler Brennstoff ist, raten wir generell davon ab. Der Gebrauch von Biogas ist mittlerweile allerdings auch mit einigen Geräten möglich. Eleganter ist da definitiv der Elektrogrill, auch wenn er nicht mit dem geliebten, angenehm holzig-rauchigen Geschmack kommt. Und wer Kabelabdeckungen parat hat, der kann den Grill schnell nahtlos in den Garten integrieren. Tatsächlich wichtiger als der Grill selbst ist es am Ende also, was bei uns auf dem Rost landet und nicht worauf das Rost liegt. Außer Einweggrills. Bloß die Finger weg von den Dingern.

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