Chimichurri selber machen
Chimichurri ist eine Marinade auf Basis von vielen Kräutern. Sie passt perfekt zu gegrilltem Fleisch und ist sehr leicht zuzubereiten.

- Vorbereitung
- 5 Min.
- Grillzeit
- 10 Min.
- Ruhezeit
- 2 Std.
- Gesamt
- 2 Std. 15 Min.
- Portionen
- 1 Weckglas
- Level
- Einfach
Chimichurri ist die Sauce, die ich von allen am häufigsten mache. Nicht, weil sie kompliziert wäre – sondern weil sie in zwanzig Minuten fertig ist und aus einem guten Steak ein sehr gutes macht. Meine Version habe ich mir über die Jahre am Grill zusammengebaut, Grillabend für Grillabend. Sie ist damit nicht das eine, wahre argentinische Original, und ich behaupte das auch nicht. An einer Stelle weiche ich bewusst ab: Ich nehme Limette statt Essig. Warum, dazu unten mehr.
Die Hauptzutaten von Chimichurri
Wer sich durch Rezepte klickt, findet schnell zwei Dutzend Zutaten. Gebraucht werden davon fünf:
- Glatte Petersilie – die Basis, mengenmäßig der größte Anteil. Krause Petersilie funktioniert, schmeckt mir aber gröber.
- Knoblauch – frisch, niemals granuliert.
- Oregano – der Kräuterpartner der Petersilie, in Argentinien oft getrocknet.
- Olivenöl – bindet alles und trägt das Aroma.
- Säure – traditionell Essig, bei mir Limette.
Alles andere – Schalotte, Chili, Thymian, Lorbeer, Salz, Pfeffer – ist Ausbau. Wenn du nur die fünf hast, bekommst du trotzdem Chimichurri.
Was ist Chimichurri?
Chimichurri ist eine Würzsauce auf Kräuterbasis, die ursprünglich aus Argentinien stammt und auch in anderen südamerikanischen Ländern sehr beliebt ist. Die typische grüne Farbe kommt von den frisch gehackten Kräutern. Gereicht wird sie vor allem zu gegrillten Steaks. Neben der bekannten grünen Variante – dem Chimichurri verde – gibt es auch ein rotes Chimichurri rojo, bei dem Tomaten oder rote Paprika untergemischt werden.
Für das traditionelle Chimichurri werden die Zutaten von Hand geschnitten und gemischt. Das dauert länger als mit der Küchenmaschine, dafür sind die Kräuter perfekt zerkleinert. In Argentinien kommen zum Teil auch getrocknete Kräuter zum Einsatz – aromatisch sollten sie allerdings sein. Granulierter Knoblauch und Knoblauchsalz sind tabu.
Warum ich es immer noch im Mörser mache
Die Küchenmaschine ist schneller, keine Frage. Ich benutze sie trotzdem nicht, und das hat einen Grund, der mich einmal ein ganzes Glas gekostet hat: Mein Chimichurri wurde bitter, weil ich zu lange zerkleinert habe. Kräuter wollen zerdrückt und geschnitten werden, nicht zerschlagen. Je länger die Klingen laufen, desto mehr Bitterstoffe kommen aus den Blättern. Im Mörser merkst du sofort, wann es genug ist – die Maschine merkt es nicht.
Wenn du die Maschine nimmst: kurz pulsen statt durchlaufen lassen, und lieber einmal zu wenig als einmal zu viel.
Meine zwei häufigsten Fehler
Der bittere Geschmack ist der eine. Der andere kommt beim Hochskalieren.
Salz lässt sich nicht mitmultiplizieren. Als ich für eine große Runde die doppelte Menge angesetzt habe, habe ich das Salz mit hochgerechnet – und die Sauce war zu salzig. Bei der größeren Menge kommt man mit deutlich weniger aus, als die Rechnung sagt. Ich salze inzwischen zurückhaltend, lasse ziehen und schmecke erst kurz vor dem Servieren final ab. Zurücknehmen kann man Salz nicht.
Wie lange muss Chimichurri ziehen?
Frisch angerührt schmeckt es noch nicht rund – die Kräuter sind grasig, das Öl hat die Aromen noch nicht aufgenommen. Zwei bis drei Stunden reichen aber völlig. Man liest oft, die Sauce müsse über Nacht stehen; das schadet nicht, ist aber kein Muss. Wenn du am Nachmittag ansetzt, ist dein Chimichurri am Abend genau richtig.
Wie lange hält sich Chimichurri?
Etwa eine Woche im Kühlschrank, im verschlossenen Glas. Wichtig ist, dass die Kräuter unter Öl liegen – was Luft bekommt, wird zuerst braun. Ich gieße nach jedem Portionieren einen Schluck Öl nach, sodass die Oberfläche wieder bedeckt ist.
Eingefroren habe ich es nie, deshalb kann ich dazu nichts aus eigener Erfahrung sagen. Kalt aus dem Kühlschrank wird das Olivenöl fest und trüb – das ist normal. Nimm das Glas rechtzeitig heraus und rühre einmal durch.
Ist Chimichurri scharf?
Es kann scharf sein, muss aber nicht. Traditionell sorgt eine kleine Chili oder etwas Chilipulver für einen Hintergrund, keine Attacke. Bei mir ist es spürbar scharf – man merkt es deutlich, aber es bleibt für alle am Tisch essbar. Wenn du unsicher bist, wer mitisst: Setz die Basis mild an und schärfe eine kleinere Portion separat nach.
Warum Limette statt Essig
Klassisch kommt Essig ins Chimichurri, meist Rotweinessig oder Balsamico – Letzterer gibt dem argentinischen Chimichurri seinen bräunlichen Ton. Ich nehme trotzdem Limette. Die Säure ist fruchtiger und weniger scharf im Abgang, und zu Rind gefällt sie mir schlicht besser. Wenn du näher am Original sein willst, ersetze den Limettensaft durch zwei Esslöffel Rotweinessig – das Rezept funktioniert unverändert.
Ein Hinweis aus der Praxis: Limetten sind unterschiedlich saftig. Gib den Saft tropfenweise dazu und schmecke ab, statt eine halbe Limette pauschal auszupressen.
Wozu passt Chimichurri?
Bei uns kommt es fast immer zu Rindersteak auf den Tisch – Entrecôte oder Rumpsteak. Die Säure schneidet durchs Fett, das ist die Kombination, für die die Sauce gemacht ist. Der zweite Klassiker bei uns ist Schweinenacken oder Bauchspeck: Je deftiger und fetter das Stück, desto besser der Gegenspieler.
Zu gegrilltem Fisch oder Geflügel wird Chimichurri oft empfohlen. Ich habe es dort nie ausprobiert und lasse die Empfehlung deshalb weg – probier es gern aus, aber du hast dann meine Erfahrung nicht als Rückendeckung.
Beliebte Varianten
Kräuter: Neben Oregano und Petersilie passen Rosmarin, Minze oder Thymian. Weit verbreitet ist inzwischen eine Variante mit frischem Koriandergrün – gemeint ist das Kraut, nicht die Samen.
Essig: Rotweinessig ist dünnflüssiger und weniger markant als Balsamico. Apfelcidre-Essig sorgt für eine andere Optik und einen eigenen Charakter.
Als Marinade: In der Sauce steckt alles, was eine Marinade braucht. Ich finde es zu schade, gutes Chimichurri im Fleisch verschwinden zu lassen – aber wenn du eine größere Menge angesetzt hast, zweig ruhig etwas dafür ab.
Chimichurri Rezept im Video
Zutaten für 1 Weckglas
- 2 Bundglatte Petersilie
- 1/2 Stk.Limette
- 1 Stk.Schalotte
- 2 Stk.Knoblauchzehen
- 1 Stk.kleine Chili / Chilipulver
- 1 Prisegrobes Salz
- 1 Priseschwarzer Pfeffer
- 150 mlOlivenöl
- getrockneter Thymian
- getrocknetes Oregano
- 1 Stk.Lorbeerblatt
Zubereitung
Zunächst wird die Petersilie, der Knoblauch und die Schalotte sehr fein gehackt und gibst sie in einen Mörser.
Als nächsten gibst du den Saft einer halben Limette dazu und zerdrückst das ganze ordentlich.
Jetzt wird die Masse mit dem Olivenöl aufgegossen, bis eine dickflüssige Konsistenz entsteht. Zu vergleichen mit einem Pesto.
Nun kommen die Gewürze, also Pfeffer, Salz, Thymian, Oregano und das Chilipulver hinzu. Salze zurückhaltend – nach dem Ziehen wirkt das Salz deutlich kräftiger. Wer mag, gibt eine kleine gehackte rote Chili dazu; das gibt noch einmal einen Kick an frischer Schärfe.
Lass das Chimichurri abgedeckt zwei bis drei Stunden ziehen und schmecke es erst kurz vor dem Servieren final mit Salz ab.
Tipps & Tricks
Kurz zerkleinern: Kräuter zerdrücken, nicht zerschlagen. Wer zu lange mörsert oder mixt, holt Bitterstoffe aus den Blättern – die Sauce wird bitter und lässt sich nicht mehr retten.
Salz nicht hochrechnen: Bei doppelter Menge nicht die doppelte Salzmenge nehmen. Zurückhaltend salzen, ziehen lassen und erst vor dem Servieren final abschmecken.
Zwei bis drei Stunden ziehen lassen reichen völlig. Über Nacht schadet nicht, ist aber kein Muss.
Unter Öl lagern: Im Glas sollte immer eine Ölschicht über den Kräutern stehen – so hält sich das Chimichurri etwa eine Woche im Kühlschrank, ohne braun zu werden.
Rechtzeitig herausstellen: Kaltes Olivenöl ist fest und trüb. Nimm das Glas eine halbe Stunde vor dem Essen aus dem Kühlschrank und rühre durch.
Häufige Fragen
Was sind die Hauptzutaten von Chimichurri?
Fünf Zutaten machen ein Chimichurri: glatte Petersilie, frischer Knoblauch, Oregano, Olivenöl und eine Säure – traditionell Essig, in meinem Rezept Limettensaft. Alles Weitere wie Schalotte, Chili, Thymian oder Lorbeer ist Ausbau und keine Pflicht.
Ist Chimichurri scharf?
Es kann scharf sein, ist es aber nicht zwangsläufig. Klassisch gibt eine kleine Chili oder etwas Chilipulver eine spürbare, aber milde Schärfe im Hintergrund. Über die Chilimenge stellst du die Schärfe frei ein – für gemischte Runden lohnt es sich, die Basis mild anzusetzen und nur eine Teilportion nachzuschärfen.
Wie lange muss Chimichurri ziehen?
Zwei bis drei Stunden reichen aus. Frisch angerührt schmeckt die Sauce noch grasig, weil die Kräuter ihre Aromen noch nicht ans Öl abgegeben haben. Über Nacht stehen zu lassen schadet nicht, ist aber entgegen vieler Rezepte nicht nötig.
Wie lange hält sich Chimichurri im Kühlschrank?
Etwa eine Woche, wenn es im verschlossenen Glas steht und die Kräuter vollständig von Öl bedeckt sind. Was Luft bekommt, verfärbt sich zuerst braun. Nach jedem Portionieren einfach etwas Olivenöl nachgießen.
Mörser oder Küchenmaschine – was ist besser?
Der Mörser ist die bessere Wahl. In der Maschine werden die Kräuter zerschlagen statt zerkleinert, und bei zu langer Laufzeit wird das Chimichurri bitter. Wenn es schnell gehen muss: nur kurz pulsen, nicht durchlaufen lassen.
Kann ich Essig statt Limette nehmen?
Ja, und das entspricht sogar eher dem argentinischen Original. Ersetze den Saft einer halben Limette durch etwa zwei Esslöffel Rotweinessig oder Balsamico. Balsamico gibt der Sauce zusätzlich den typischen bräunlichen Ton.
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Rezept: https://www.grillkameraden.de/chimichurri-selber-machen/ — Grillkameraden.de



