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Grillparty und Corona? Sicher Feiern und Brutzeln in der Pandemie

Grillparty
Grillparty - Bild: Impact Photography - stock.adobe.com

Das Jahr 2020 konfrontiert uns alle mit extremen Umständen. Unzählige Veranstaltungen mussten aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie bereits abgesagt werden. Das ist nicht nur bitter für große Anlässe wie Konzerte, Hochzeiten und Versammlungen, sondern auch für die gemütlichen Grillpartys mit Freunden. Die Situation in Deutschland ist zwar im Moment unter Kontrolle, dennoch gibt es nach wie vor keine Impfung oder Medikamente gegen das Virus. Darf trotzdem mit den Kollegen und Nachbarn gegrillt werden? Was ist dabei in Bezug auf die Sicherheit zu beachten?

Corona-Regeln: Welche Vorschriften gelten für die Grillfete?

Die gültigen Maßnahmen im Falle einer Pandemie legt immer das eigene Bundesland fest. Es bleibt sogar teilweise kleineren Einheiten, wie den Kommunen, überlassen, individuelle Regelungen zu treffen. Ausschlaggebend dafür ist der Föderalismus, der in Deutschland herrscht. Das hat für den Einzelnen zur Folge, dass er sich stets über die Vorschriften in der eigenen Region auf dem Laufenden halten muss. Eine bundeseinheitliche Regelung gibt es nicht, dafür aber gute Übersichten mit dem jeweils geltenden Stand für die Länder.

So ist es zum Beispiel der Fall, dass in Bayern das Brutzeln auf öffentlichen Grillplätzen voraussichtlich bis nach den Sommerferien verboten bleibt, während es in Nordrhein-Westfalen bereits wieder erlaubt ist. Und sogar innerhalb Nordrhein-Westfalens gibt es abweichende Vorschriften. Wie in der Stadt Gladbeck, in der auch weiterhin öffentliches Grillen untersagt bleibt.

Wie sieht es beim heimischen Grillabend aus? Wenn nur Familienangehörige des eigenen Haushalts zusammensitzen, darf der Rost nach Lust und Laune befeuert werden. Anders gestaltet es sich, wenn Freunde und Verwandte zu Besuch kommen. Die Bundesregierung hat Kontaktbeschränkungen im privaten sowie öffentlichen Raum bis einschließlich 29.06.2020 ausgesprochen. Wie es danach weitergeht, steht noch offen. Auch hier kommt allerdings wieder der Föderalismus zum Tragen, wodurch die einzelnen Länder selbst entscheiden, wer und wie viele Menschen in Privathaushalten zu Besuch kommen dürfen.

Im Ergebnis sehen die Regelungen in den Bundesländern sehr unterschiedlich aus, während sich in Baden-Württemberg bis zu 20 Personen aus unterschiedlichen Haushalten zu Hause treffen dürfen, können sich die Bremer Bürger nach wie vor nur öffentlich verabreden. In der Hansestadt Hamburg brauchen sich, beim häuslichen Besuch, bis zu zehn Mitglieder aus zwei unterschiedlichen Haushalten nicht einmal mehr an den Mindestabstand zu halten. Dadurch, dass sich die Maßnahmen täglich wieder ändern können, sind regelmäßige, selbstständige Updates notwendig.

Der relativ unübersichtliche Maßnahmen-Katalog und die Angst vor Ansteckung führen dazu, dass dieses Jahr viele Grillpartys und Sommerfeste ausfallen. Die Experten von Online-Kartenportalen unterstützen diese Einschätzung. So ist beim Bestellvolumen Sommerfest-Einladungen beispielsweise bei karten-paradies.de in 2020 ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Dagegen scheinen Change-the-Date-Karten erheblich mehr an Beliebtheit zu gewinnen als noch im Vorjahr. Womöglich nimmt die diesjährige Grillparty-Saison erst zum Herbst hin volle Fahrt auf.

Vorsichtsmaßnahmen bei Grillfesten in der Pandemie

Niemand möchte, dass die heimische Feier zum Corona-Infektionsherd mutiert. Damit das nicht passiert, gibt es einige hilfreiche Tipps.

  1. Krankheitssymptome: Es ist bedauerlich, ein Grillfest oder die Einladung dazu kurzfristig absagen zu müssen. Aber bei grippeähnlichen Krankheitssymptomen wie Fieber, trockenem Husten und bleierner Müdigkeit ist es besser, die Reißleine zu ziehen. Es kann sich dabei um erste Anzeichen einer Corona-Infektion handeln. Am besten wird direkt der Hausarzt kontaktiert, der eine exakte Diagnose stellen kann.
  2. Abstandsregeln: Gerade im Freundes- und Bekanntenkreis ist im Normalfall Körperkontakt an der Tagesordnung. Zur Begrüßung sollten aber in der Pandemie weder Hände geschüttelt noch sich umarmt werden. Eine leichte Berührung der Ellbogen oder Füße ist dagegen eher unproblematisch. Natürlich ist es möglichst zu vermeiden, unmittelbar vorher in die Stelle zu husten oder zu niesen. Am besten sitzen diejenigen Gäste im Garten oder in der Küche direkt nebeneinander, die auch im gleichen Haushalt leben. Zu den Besuchern ist möglichst ein Abstand von 1,5 m einzuhalten.
  3. Hygienemaßnahmen: Regelmäßige Handhygiene ist wichtig und notwendig, um die Ausbreitung des Virus zu vermeiden. Nachdem die Gäste das Haus betreten haben, sollten sie sich zuerst einmal die Hände gründlich waschen. Dazu stehen am besten Spender im Badezimmer, die möglichst wenig mit Fingern in Berührung kommen. In Drogerien gibt es mittlerweile preisgünstige Seifenspender mit Sensor, die komplett berührungslos funktionieren. Besonders aufmerksame Gastgeber legen für jeden Partyteilnehmer ein eigenes Handtuch aus. Idealerweise werden auch Gläser und Bestecke mit den jeweiligen Namen oder einem persönlichen Symbol markiert, dass es keine versehentlichen Verwechslungen gibt.
  4. Alkoholkonsum: Zwar kursierte eine Zeit lang der Mythos, dass Alkohol das Coronavirus abtöten könnte, allerdings scheint hoher Bier-, Wein- und Schnapskonsum eher eine negative Wirkung auf den Krankheitsverlauf von Covid-19 zu besitzen. Deshalb sind ein moderater Alkoholkonsum oder die Alkoholabstinenz grundsätzlich ratsam. Gerade auf Feiern ist der enthemmende Effekt ebenfalls problematisch. Menschen, die zu viel trinken, überschreiten leichter die Abstands- und Hygieneregelungen. Selbst, wenn die selbst gemachte Sangria köstlich schmeckt, sollte auf geringen Konsum geachtet werden.

Fleisch, insbesondere aber Schlachthöfe, gerieten in den letzten Wochen immer wieder massiv in die Kritik, weil es dort hohe Covid-19-Infektionsraten gab. Wer jetzt Angst vor einer Ansteckung durch kontaminiertes Grillfleisch hat, der kann getrost aufatmen. Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) gab bekannt, dass es bisher keine Hinweise darauf gibt, dass Menschen durch den Konsum von Nutztierfleisch mit Corona infiziert wurden.

Erste nähere Untersuchungen verdeutlichten, dass sich zwar Flughunde und Frettchen mit dem SARS-CoV2-Erreger anstecken können, die Wahrscheinlichkeit bei Hühnern und Schweinen dagegen sehr gering ist. Wie es mit Rindern aussieht, wird im Moment noch getestet. Wer kein Risiko eingehen möchte, der grillt deshalb im Moment entweder vegetarisch oder bedient sich an der Hühner- und Schweinetheke des Metzgers. Beim Fleischkauf ist auf jeden Fall auf die Hygienevorschriften zu achten. Hier besteht meistens Mensch-zu-Mensch-Kontakt, was zu einer Ansteckung führen kann. Am besten wird zudem das Steak ordentlich durchgebraten, weil das Virus hohe Temperaturen nicht gut verträgt.

Die Frage aller Fragen: Grillenspaß trotz Corona?

Das Immunsystem des Menschen hängt auch stark mit seiner Psyche zusammen. Wer glücklich ist, wird generell nicht so einfach krank. Ein gemütlicher Nachmittag oder Abend mit Freunden steigert das Wohlbefinden und bietet somit einen gewissen Schutz vor Krankheiten. Dieser Effekt wird unterstützt, je gesünder die Ernährung auf der Grillfeier ausfällt. Viel Gemüse, gepaart mit etwas Bio-Fleisch oder hochwertigem Fisch, Vollkornbrot und selbst gemachten Soßen versorgen den Körper mit wichtigen Nährstoffen. Alkohol in moderaten Mengen ist ebenfalls erlaubt. Rotwein und Bier wird sogar eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt, wenn beim Konsum nicht übertrieben wird. Im Freien scheint die Infektion mit Corona weniger wahrscheinlich zu sein als in geschlossenen, ungelüfteten Räumen. Deshalb wird am besten bei strahlendem Sonnenschein geladen. Tische, Stühle und Bänke kommen mit dem notwendigen Sicherheitsabstand in den Garten. 

Wer in Zeiten von Corona von einer Grill-Sause träumt, der sollte die Kohlen anfeuern. Solange sich der Besuch an die Vorschriften und geltenden Regeln hält, ist gegen ein schönes Essen im Kreis der Liebsten nichts einzuwenden.

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