Beef Jerky selber machen: Marinade, Temperatur & Trockenzeit

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Beef Jerky ist würziges Trockenfleisch – und selbst gemacht viel aromatischer als aus der Tüte. Wir schneiden Rinderrouladen in Streifen, marinieren sie 4–8 Stunden in Worcester- und Sojasauce mit Knoblauch und Pfeffer und trocknen sie bei 60–70 °C im Backofen oder Dörrautomaten. Zum Schluss kurz nacherhitzen, dann ist das Jerky lebensmittelsicher. Hier steht auch, woran ihr erkennt, dass es fertig ist, wie lange es hält und wie ihr die Marinade variiert.

Selbstgemachtes Beef Jerky aus Rinderrouladen auf einem Holzbrett, daneben Streifen auf dem Gitterrost, ein Bügelglas mit Küchenpapier und Marinade
Vorbereitung
20 Min.
Grillzeit
5 Std.
Ruhezeit
4 Std.
Gesamt
9 Std. 20 Min.
Portionen
1 Portion

Beef Jerky machen wir regelmäßig – und zwar immer aus Rinderrouladen: Sie sind schon dünn geschnitten und lassen sich in wenigen Minuten in Streifen teilen. Die Marinade wechselt bei uns je nach Lust; das Grundrezept mit Worcester- und Sojasauce variieren wir zum Beispiel mit unserer Teriyaki-Sauce oder süß-scharf mit Honig und Chili. Getrocknet wird bei 60–70 °C – so wird das Jerky nicht nur trocken, sondern auch lebensmittelsicher.

Seit einiger Zeit sind die kleinen Tüten in unseren Supermärkten zu finden: abgepacktes Beef Jerky. In Amerika, Kanada und Australien ist der fettarme und proteinreiche Snack sehr beliebt. Auch in Deutschland wächst die Fangemeinde stetig. Egal ob im Bereich BBQ oder als Nahrungsergänzung im Fitness- oder Sportbereich wo das Dörrfleisch ebenfalls sehr beliebt ist. Besser als das Industrieprodukt schmeckt frisches, eigenhändig hergestelltes Jerky. Wir verraten Euch, wie Ihr schmackhaftes Beef Jerky selber machen könnt. Die perfekte Alternative zu abgepacktem Beef Jerky.

Was ist Jerky eigentlich?

Jerky lässt sich mit Trockenfleisch oder Dörrfleisch übersetzen. Das Wort geht auf das Quechua-Wort „ch'arki“ aus den Anden zurück und bezeichnet luftgetrocknete, dünne Fleischstreifen. Das so konservierte Fleisch war nahrhaft und lange haltbar. An dieser Zubereitungsweise hat sich bis heute nicht viel geändert. Lediglich der Trockenvorgang wird nicht mehr im Freien durchgeführt, sondern in einem Ofen oder Dörrgerät. Beef Jerky selber zu machen ist nicht kompliziert, erfordert aber relativ viel Zeit für das Marinieren und Trocknen.

Rindfleisch für Beef Jerky selbst zuschneiden

Für unser Rezept haben wir Rouladen genommen. Sie haben die richtige Fleischqualität und sind bereits dünn geschnitten. Das spart Zeit, wenn Ihr Beef Jerky selber machen möchtet. Natürlich könnt Ihr Euch auch ein großes Stück Rindfleisch kaufen und selbst vorbereiten. Es sollte eine leichte Maserung aufweisen, aber nicht viel sichtbares Fett. Geeignet sind beispielsweise:

  • Oberschale

  • Filet

  • Hüftsteak

Für die dünnen Scheiben ist ein sehr scharfes Messer erforderlich. Entfernt zunächst das sichtbare Bindegewebe und Fett. Es lässt sich nicht gut trocknen und wird bei längerer Lagerung ranzig. Danach schneidet Ihr das Fleisch zunächst in Steaks und diese anschließend in dünne Streifen von etwa 4 – 5 mm Dicke. Fleisch wird immer quer zur Faser geschnitten, um lange Fleischfasern zu vermeiden. Unser Tipp: Wenn Ihr das Fleisch vor dem Zuschneiden 1 bis 2 Stunden in das Gefrierfach legt, lässt es sich besser bearbeiten.

Beef Jerky selber machen – neue Marinade ausprobieren

Fruchtig, würzig, scharf, süß-sauer – bei Jerky ist alles erlaubt. An Zutaten für die Marinade könnt Ihr im Prinzip alles verwenden, was zum typischen Rindfleischgeschmack passt. Wenn Ihr viel grillt, habt Ihr sicher eine Lieblingsmarinade oder -sauce, die Ihr für ein Jerky-Experiment ausprobieren wollt. Allerdings reagieren die Aromen anders auf das Trockenen als auf das Grillen. Wenn Ihr also die Marinade für Beef Jerky selber machen wollt, müsst ihr etwas experimentieren, um die optimale Jerky-Mischung zu finden. Beef Jerky lässt sich auch mit Rubs (Trockenmarinade), trockenen Gewürzmischungen oder einfach grobem Pfeffer und Salz herstellen. Auch hier gilt: Alle Fleischstreifen müssen gleichmäßig mit den Geschmackszutaten bedeckt sein.

Wissenswertes zum Trockenvorgang

Der Wasserentzug beim Trocknen geschieht durch warme Luft und Salz. Wichtig ist die Temperatur: Unter 60 °C können sich Keime im Fleisch vermehren, statt abzusterben. Wir trocknen deshalb bei 60–70 °C und erhitzen das fertige Jerky zum Schluss noch 10 Minuten bei 135 °C – so empfiehlt es auch die US-Lebensmittelbehörde USDA. Während des Trocknens gehen etwa zwei Drittel des Ursprungsgewichts verloren. Legt die Streifen auf einen Rost, damit möglichst viel Fläche Luftkontakt hat; ein Blech mit Backpapier auf der untersten Ebene fängt Tropfen auf. Im Backofen die Tür mit einem Holzlöffel einen Spalt offen halten, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.

2 Tipps zum Abschluss

Wenn Ihr Beef Jerky selber machen wollt, ist Hygiene oberstes Gebot. Neben der richtigen Temperatur sind Sauberkeit und Salz die wichtigsten Hygienefaktoren. Denn viele Erreger fühlen sich in der salzigen Umgebung nicht wohl. Wenn Ihr für Eure Marinaden salzige Würzsoßen verwendet – etwa Sojasauce – ist zusätzliches Salz in der Regel nicht notwendig. Beef Jerky mit Raucharoma ist eine leckere Variante. Wer keinen eigenen Räucherofen hat, kann mit Raucharomen experimentieren. Flüssiges Raucharoma ist nicht jedermanns Sache, aber Rauchsalz oder geräuchertes Paprikapulver fügen Eurer Jerky-Gewürzmischung ebenfalls einen leichten Rauchgeschmack hinzu.

Zutaten für 1 Portion

1 Portion
  • 1 kgRinderrouladen

Für die Marinade:

  • 200 mlWorcestershiresauce
  • 200 mldunkle Sojasauce
  • 2 TLfrisch gemahlener Pfeffer
  • 2Knoblauchzehen
  • Honig und/oder Chiliflocken (optional für süß-scharf: 2 TL Honig, 1 TL Chiliflocken)

Zubereitung

  1. 200 ml Worcestershiresauce200 ml dunkle Sojasauce2 TL frisch gemahlener Pfeffer2 KnoblauchzehenHonig und/oder Chiliflocken

    Knoblauch schälen und pressen, mit den übrigen Marinadezutaten vermischen.

  2. Rouladen in etwa 2 cm breite Streifen schneiden. Sichtbares Fett und Sehnen entfernen.

  3. Fleischstreifen rundum mit Marinade benetzen.

  4. Fleisch und Marinade in einen großen Plastikbeutel mit Druckverschluss geben, Luft herauslassen und gut verschließen.

  5. 4 bis 8 Stunden im Kühlschrank marinieren lassen.

  6. Fleischstreifen herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Gegebenenfalls überschüssige Marinade abtupfen.

  7. Die Fleischstreifen mit etwas Abstand auf einen Rost bzw. die Etagen des Dörrautomaten legen – sie dürfen sich nicht berühren.

  8. Bei 70 °C Umluft im Backofen (Tür mit einem Holzlöffel einen Spalt offen) oder im Dörrautomaten bei 70 °C trocknen. Nach etwa 4–6 Stunden ist das Jerky fertig: Es ist durchgehend trocken, bekommt beim Biegen Risse, bricht aber nicht.

  9. Zum Schluss die Streifen 10 Minuten bei 135 °C im vorgeheizten Backofen nacherhitzen – so werden eventuelle Keime sicher abgetötet. Abkühlen lassen und luftdicht verpacken.

Nährwerte pro Portion

Kalorien
188 kcal
Kohlenhydrate
47 g

Tipps & Tricks

  • Legt das Fleisch 30–60 Minuten ins Gefrierfach, bevor Ihr es schneidet — angefroren gelingen gleichmäßig dünne Streifen viel leichter.

  • Gegen die Faser geschnitten wird das Jerky mürber, mit der Faser schön bissfest — Geschmackssache, beides hat Fans.

  • Die Streifen dürfen sich beim Trocknen nicht berühren, sonst bleiben feuchte Stellen — und die verderben zuerst.

  • Luftdicht verpackt mit einem Blatt Küchenpapier gegen Restfeuchte hält sich das Jerky 2–3 Wochen — theoretisch.

Häufige Fragen

Bei welcher Temperatur trocknet man Beef Jerky?

Bei 60–70 °C – darunter können sich Keime im Fleisch vermehren. Wir trocknen bei 70 °C und erhitzen das fertige Jerky zum Schluss 10 Minuten bei 135 °C nach, wie es die US-Lebensmittelbehörde USDA empfiehlt.

Wie lange dauert es, Beef Jerky selber zu machen?

Rund 4–8 Stunden marinieren und 4–6 Stunden trocknen, dazu 10 Minuten Nacherhitzen. Am besten morgens marinieren und am Nachmittag trocknen.

Welches Fleisch eignet sich für Beef Jerky?

Mageres Rindfleisch mit wenig sichtbarem Fett: Wir nehmen Rinderrouladen, weil sie schon dünn geschnitten sind. Oberschale oder Hüfte gehen ebenfalls – angefroren lassen sie sich leichter in 4–5 mm dünne Streifen schneiden.

Welche Marinade passt zu Beef Jerky?

Unser Grundrezept: Worcester- und Sojasauce mit Knoblauch und Pfeffer. Wir variieren es gern – süß-scharf mit Honig und Chiliflocken oder mit Teriyaki-Sauce. Bei salzigen Saucen wie Sojasauce ist zusätzliches Salz meist nicht nötig.

Beef Jerky im Backofen oder im Dörrautomaten?

Beides funktioniert. Im Backofen bei 70 °C Umluft, die Tür mit einem Holzlöffel einen Spalt offen, damit die Feuchtigkeit entweicht. Der Dörrautomat hält die Temperatur gleichmäßiger und trocknet auf mehreren Etagen.

Woran erkenne ich, dass Beef Jerky fertig ist?

Es ist durchgehend trocken, ohne feuchte Stellen, und bekommt beim Biegen Risse, ohne zu brechen.

Wie lange hält selbstgemachtes Beef Jerky?

Luftdicht verpackt, mit einem Blatt Küchenpapier gegen Restfeuchte, kühl und dunkel gelagert etwa 2–3 Wochen. Riecht es säuerlich oder zeigt Schimmel, weg damit.

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